In der Wohngebäudeversicherung der Degenia richtet sich der Schutz nach dem ortsüblichen Neubauwert des Gebäudes zum Zeitpunkt des Schadens – inklusive Architektengebühren sowie Konstruktions- und Planungskosten. Erfahren Sie, wie der Beitrag anhand von Fläche, Gebäudetyp und Anpassungsfaktor ermittelt wird, wann der gemeine Wert gilt, wie Beitragsanpassung, Neukalkulation und Ihr Widerspruchsrecht funktionieren.
Versicherungsumfang
a) Neubauwert
Versichert ist der ortsübliche Neubauwert der im Versicherungsschein bezeichneten Gebäude zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls. Hierzu gehören auch Architektengebühren sowie sonstige Konstruktions- und Planungskosten.
Der Versicherer passt den Versicherungsschutz an die Baukostenentwicklung an (siehe § 10.2 b)).
Wenn sich durch bauliche Maßnahmen ein der Beitragsberechnung zugrundeliegender Umstand (Fläche, Gebäudetyp, Bauausführung und / oder sonstige vereinbarte Merkmale) innerhalb der Versicherungsperiode werterhöhend verändert, besteht bis zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode auch insoweit Versicherungsschutz.
b) Gemeiner Wert
Bei Gebäuden, die zum Abbruch bestimmt oder sonst dauernd entwertet sind, ist nur noch der erzielbare Verkaufspreis ohne Grundstücksanteile versichert (gemeiner Wert). Eine dauernde Entwertung liegt insbesondere vor, wenn die Gebäude für ihren Zweck nicht mehr zu verwenden sind.
Ermittlung und Anpassung des Beitrags
a) Ermittlung des Beitrags
Grundlagen der Ermittlung des Beitrags sind Fläche, Gebäudetyp, Bauausführung und -ausstattung, Nutzung oder sonstige vereinbarte Merkmale, die für die Beitragsberechnung erheblich sind, sowie der Anpassungsfaktor (§ 10.2 b)).
Der Grundbeitrag errechnet sich aus der Wohn- und Nutzfläche multipliziert mit dem Beitrag je qm Wohn- und Nutzfläche. Der jeweils zu zahlende Jahresbeitrag wird berechnet durch Multiplikation des vereinbarten Grundbeitrags mit dem Anpassungsfaktor.
b) Anpassung des Beitrags
aa) Der Beitrag verändert sich entsprechend der Anpassung des Versicherungsschutzes (siehe § 10.1) gemäß der Erhöhung oder Verminderung des Anpassungsfaktors.
bb) Der Anpassungsfaktor erhöht oder vermindert sich jeweils zum 1. Januar eines jeden Jahres für das in diesem Jahr beginnende Versicherungsjahr entsprechend dem Prozentsatz, um den sich der jeweils für den Monat Mai des Vorjahres veröffentlichte Baupreisindex für Wohngebäude und der für den Monat April des Vorjahres veröffentlichte Tariflohnindex für das Baugewerbe verändert haben. Beide Indizes gibt das Statistische Bundesamt bekannt.
- Bei dieser Anpassung wird die Änderung des Baupreisindexes zu 80 Prozent und die des Tariflohnindexes zu 20 Prozent berücksichtigt.
- Bei dieser Berechnung wird jeweils auf zwei Stellen nach dem Komma gerundet.
Der Anpassungsfaktor wird auf zwei Stellen nach dem Komma errechnet und gerundet. Soweit bei Rundungen die dritte Zahl nach dem Komma eine Fünf oder eine höhere Zahl ist, wird aufgerundet, sonst abgerundet.
cc) Bei der Berechnung des Prozentsatzes, um den sich der Anpassungsfaktor ändert, werden auch sämtliche Anpassungen seit Vertragsbeginn, die aufgrund von einem oder mehreren Widersprüchen des Versicherungsnehmers (siehe c) unterblieben sind, berücksichtigt. Eine nur teilweise Berücksichtigung unterbliebener Anpassungen ist nicht möglich. Der Versicherungsnehmer wird damit so gestellt, als ob seit Vertragsbeginn keinerlei Widersprüche erfolgt wären.
c) Widerspruch gegen die Beitragserhöhung
Der Versicherungsnehmer kann einer Erhöhung des Beitrags innerhalb eines Monats, nachdem ihm die Mitteilung über die Erhöhung des Anpassungsfaktors zugegangen ist, durch Erklärung in Textform widersprechen. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung. Damit wird die Erhöhung nicht wirksam.
In diesem Fall wird bei Eintritt eines Versicherungsfalles die Entschädigung (einschließlich Kosten und Mietausfall) nur anteilig gezahlt. Über den jeweils geltenden Anteil wird der Versicherungsnehmer informiert.
Beitragsanpassung aufgrund Neukalkulation
a) Die Beiträge werden unter Berücksichtigung von Schadenaufwand, Kosten (insbesondere Provisionen, Verwaltungskosten, Schadenregulierungskosten, Rückversicherungsprämien), Feuerschutzsteuer und Gewinnansatz kalkuliert.
b) Die degenia Versicherungsdienst AG ist in Rücksprache mit dem Versicherer berechtigt, die Kalkulation für bestehende Verträge in angemessenen Zeiträumen zu überprüfen. Dabei ist außer der bisherigen Schadenentwicklung einer ausreichend großen Zahl von Risiken, die die gleichen Tarifmerkmale aufweisen, auch die voraussichtliche künftige Schaden- und Kostenentwicklung des Versicherers zu berücksichtigen.
c) Die sich aufgrund der Neukalkulation ergebenen Beitragsanpassungen gelten ab Beginn des nächsten Versicherungsjahres für bestehende Verträge, wenn ein unabhängiger Treuhänder die der Kalkulation zugrunde liegenden Statistiken gemäß den anerkannten Grundsätzen der Versicherungstechnik überprüft und die Angemessenheit der Anpassung bestätigt hat.
d) Die Beiträge dürfen nach der Anpassung nicht höher sein als die Beiträge für neu abzuschließende Verträge, sofern diese Tarife die gleichen Tarifmerkmale sowie den gleichen Deckungsumfang aufweisen.
e) Die Beitragsanpassungen, die sich aus der Neukalkulation ergeben, werden dem Versicherungsnehmer spätestens einen Monat vor Inkrafttreten mitgeteilt.
f) Der Versicherungsnehmer hat im Falle einer sich hieraus ergebenen Beitragserhöhung das Recht, den Versicherungsvertrag mit sofortiger Wirkung, frühestens jedoch zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung, zu kündigen. Die Kündigung muss innerhalb eines Monats nach Eingang der Mitteilung über die Beitragserhöhung erfolgen.
Nachträgliche Änderung eines Beitragsmerkmales
a) Ändert sich nachträglich ein der Beitragsberechnung zugrunde liegender Umstand und würde sich dadurch ein höherer Beitrag ergeben, kann der Versicherer den höheren Beitrag ab Anzeige der Änderung verlangen.
b) Fallen Umstände, für die ein höherer Beitrag vereinbart ist, nachträglich weg, ist der Versicherer verpflichtet, den Beitrag zu dem Zeitpunkt herabzusetzen, zu dem er hiervon Kenntnis erlangt hat. Das gleiche gilt, soweit solche beitragsrelevanten Umstände ihre Bedeutung verloren haben oder ihr Vorliegen vom Versicherungsnehmer nur irrtümlich angenommen wurde.
Was bedeutet das konkret?
Im Schadenfall wird grundsätzlich der Wert erstattet, den ein Neubau des Gebäudes an gleicher Stelle kosten würde – die üblichen Planungs- und Architektenkosten sind mit eingerechnet. Damit dieser Schutz mit den steigenden Baukosten Schritt hält, wird er jährlich über einen Anpassungsfaktor angepasst, der sich an Baupreis- und Tariflohnindex orientiert. Dieselben Merkmale, die den Wert bestimmen, sind auch Grundlage für die Höhe Ihres Beitrags. Wenn Sie einer Beitragserhöhung widersprechen, verringert sich im Schadenfall entsprechend die Auszahlung. Bei Abbruchgebäuden zählt statt des Neubauwerts nur noch der reine Verkaufswert.
Häufige Fragen
Welcher Wert ist in der Degenia Wohngebäudeversicherung versichert?
Versichert ist der ortsübliche Neubauwert der im Versicherungsschein bezeichneten Gebäude zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls. Dazu gehören auch Architektengebühren sowie sonstige Konstruktions- und Planungskosten.
Was gilt bei Gebäuden, die zum Abbruch bestimmt sind?
Bei Gebäuden, die zum Abbruch bestimmt oder sonst dauernd entwertet sind, ist nur noch der erzielbare Verkaufspreis ohne Grundstücksanteile versichert (gemeiner Wert). Eine dauernde Entwertung liegt insbesondere vor, wenn die Gebäude für ihren Zweck nicht mehr zu verwenden sind.
Wie wird der Anpassungsfaktor ermittelt?
Der Anpassungsfaktor ändert sich jeweils zum 1. Januar entsprechend der Veränderung des für Mai des Vorjahres veröffentlichten Baupreisindexes für Wohngebäude und des für April des Vorjahres veröffentlichten Tariflohnindexes für das Baugewerbe. Dabei wird der Baupreisindex zu 80 Prozent und der Tariflohnindex zu 20 Prozent berücksichtigt. Beide Indizes gibt das Statistische Bundesamt bekannt.
Kann ich einer Beitragserhöhung widersprechen?
Ja. Sie können einer Erhöhung des Beitrags innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung über die Erhöhung des Anpassungsfaktors in Textform widersprechen; zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung. Die Erhöhung wird dann nicht wirksam, jedoch wird im Versicherungsfall die Entschädigung (einschließlich Kosten und Mietausfall) nur anteilig gezahlt.
Was passiert, wenn sich ein Beitragsmerkmal nachträglich ändert?
Ändert sich nachträglich ein der Beitragsberechnung zugrunde liegender Umstand und ergäbe sich ein höherer Beitrag, kann der Versicherer diesen ab Anzeige der Änderung verlangen. Fallen Umstände für einen höheren Beitrag weg, muss der Versicherer den Beitrag ab Kenntnis herabsetzen.
Inhalte aus: Dokumentenversion (Veröff. Jahr): 2024